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18.02.2013, 01:02

DayZ Blog: Allein sein auf Raten #3 - Erste Verluste



Autor: Bastet


Auf unserem Weg nach Chernogorsk haben wir nicht viele Worte verloren. Ich wusste nicht, was ich sagen soll ohne den beiden netten Männern ein falsches Bild von mir zu geben. Mein Magen grummelt wieder.

"Hast du Hunger?" fragte mich einer von ihnen.
"Naja, eigentlich... ja schon.", sagte ich. Ohne ein weiteres Wort zu sagen begab sich der eine von ihnen hin zu einer Tanne und hackte sich einige der Äste vom Baum, während der andere eine kleine Feuerstelle herrichtete.
"Wie heißt du eigentlich?",fragte mich wieder einer.
"Julia, aber die meisten nennen mich Jules. Und..." ich machte eine kleine Pause: "Wie heißt ihr beiden?"
"Mein Name ist Marco und das dort drüben ist James. Hab keine Angst, wir tun dir wirklich nichts. Wir sind nicht von der Sorte Menschen, die andere ausbeuten und glaube mir, in dieser Welt allein' zu sein und das als FRAU, nun ja, ist nie eine gute Idee. Und glaube mir auch, wenn ich dir sage, dass ein Überfall alleine nicht das schlimmste ist, was dir hier passieren kann."

Die zwei scheinen Ahnung zu haben, was hier vor sich geht, fast so, als hätten sie sich ihr Leben lang schon auf eine derartige Situation vorbereitet. Marco reicht mir ein Stück rohes Fleisch. Ich weiß im ersten Moment nicht genau, was ich nun tun soll, doch bevor ich etwas sagen kann, hält mir James eine Art Spieß, geschnitzt aus einem Ast vor mein Gesicht. Nur wenige Sonnenstrahlen bahnen sich ihren Weg durch den dicht bewachsenen Wald und werfen ihr Licht auf unsere Feuerstelle. Ich muss immer wieder daran denken, was Marco zu mir sagte. Ein Überfall alleine sei nicht das schlimmste, was einem passieren kann. Ich möchte mir dieses Bild der Welt, die einst so wunderschön war, nicht durch meinen Kopf gehen lassen. Doch wie man immer wieder liest, sieht und hört, machen ungewöhnliche Situationen auch normale Menschen zu Barbaren.

Wir sitzen stillschweigend am Feuer. Die Stimmung ist gedrückt und jeder von uns scheint eine schwere Last mit sich zu tragen.
„Nun, wie habt ihr diese ganze Situation überhaupt erfahren?“ frage ich, doch auf diese Frage folgt keine Antwort. Die Grillen zirpen und die wenig überbliebenen Vögel zwitschern, bis plötzlich ein knackendes Geräusch aus dem Wald hinter mir kommt. Marco löscht das Feuer und winkt mich zu sich herüber, während James langsam nach vorne schleicht. Die Waffe im Anschlag und kein Geräusch von sich gebend verschwindet er in einem Busch. Plötzlich fällt ein Schuss. Stille. Marco gibt mir ein Zeichen, dass ich mir die Sachen nehmen und mich verstecken soll und auch er verschwindet in dem selben Busch wie James zuvor. Ich warte einige Sekunden bis er zurück kommt.

"Wir müssen weg!" flüstert er mir zu und packt mich am Arm. Der erhaschte Blick auf sein Gesicht, in welchem sich Trauer und Frust breit machen, bringt mich den Tränen nahe. Zitternd und traurig werfe ich einen Blick nach hinten, denn ich weiß, dass James nie wieder zu uns zurück kommen wird.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »SwonVIP« (31.01.2015, 13:55)