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23.02.2013, 19:08

DayZ Blog: Allein sein auf Raten #7 - Todesurteil



Autor: Bastet


Marco und ich laufen nun schon etwas länger. Wir sind dem Weg gefolgt, welcher von dem Radioturm aus abging, kamen an einem Kleinen Bauernhof vorbei und kamen letzten Endes hier an. Kurz vor einer kleinen Stadt, auf deren Straßenschildern man <<Pustoshka>> lesen kann. Ich bin schon öfter durch dieses Örtchen gefahren, wenn ich meine Eltern besuchen wollte und weiß, dass es hier einen Supermarkt gibt. Marco und ich schlendern langsam am Straßenrand entlang und reden darüber, wie wir uns verhalten, wenn wir auf weitere Überlebende treffen. Weichen wir ihnen aus oder reden wir mit ihnen? Was ist, wenn wir nochmal auf einen Menschen wie in Chernogorsk treffen? Letztlich kommen wir zu dem Entschluss, dass wir versuchen Kontakt aufzunehmen, solange sie sich normal verhalten.

"Ich denke, hier können wir nochmal nach nützlichen Sachen suchen", sagt Marco zu mir als wir vor dem Supermarkt stehen. Dann geht er rein und durchkramt den Inhalt der Theken, während ich die Abstellräume durchkämme und schnell einer neuen Waffe fündig werde. Als ich sie Marco vorzeige staunt dieser nicht schlecht.
"Wow, die muss wahnsinnig alt sein! So eine habe ich schon ewig nicht mehr gesehen." Marco nimmt sich die Waffe in Anschlag und zielt auf einen Zombie, der draußen auf den Straßen umherschleicht.
"Es wäre besser, wenn du dir kurz die Ohren zuhältst." Gesagt getan, ich schaue ihn an. Wie ruhig er die Waffen halten kann ohne auch nur ein klein wenig zu zittern oder zu wackeln. Ich frage mich, was er anders macht, wenn ich mir vorstelle, wie sehr ich gezittert habe, als ich auf den Untoten an dem Radioturm geschossen habe. Ein lauter Knall ertönt, die Scheiben des Supermarktes zerbersten und der Zombie wird nach hinten weggerissen bis er schließlich auf dem Boden aufprallt. Eine solche Schlagkraft habe ich noch nie gesehen. Marco lächelt mich an, gibt mir die Waffe zurück und bittet mich darum sie zu behalten und gegen die andere Waffe auszutauschen. Ich bin gerade wieder hinten in der Abstellkammer, als ich plötzlich laute Schreie vernehme, aber nicht die Schreie eines Menschen, nein, die Schreie der Kreaturen die normalerweise zu Hunderten in kleinen Städten wie dieser sind. Ich werfe einen Blick aus dem Fenster und sehe, wie Untote auf den Supermarkt zurennen und nicht nur ich scheine das vernommen zu haben.

Diesmal mit einer Skizze des Charakters Marco (by Bastet):



"Jules? Ich glaube wir sollten verschwinden. Pack dein Zeug und lauf!", ruft Marco mir zu und stürmt aus dem Vordereingang des Supermarktes, während ich durch die Hintertür flüchte. Ich laufe auf der Hauptstraße Richtung Stadtende und suche verzweifelt nach Marco, welcher sich aber nicht in meinem Blick finden will. Wo ist er? weiter als ich kann er nicht sein! Plötzlich ein weiterer Schuss, aber einer, den ich zuvor noch nicht gehört habe. Marcos Waffe gibt so gut wie kein Geräusch ab, wenn sie schießt und meine, naja, ich bin hier und ich habe nicht geschossen. In diesem Moment wird mir klar, dass wir hier nicht alleine sind. Hätten wir doch bloß gesammelt und wären einfach wieder aus der Stadt rausgegangen, dann wäre das alles nicht passiert. Wir hätten nicht diese Kreaturen am Hals, ich hätte Marco nicht verloren und der andere, der sich hier aufhält hätte uns vielleicht gar nicht bemerkt. Aber, was ist, wenn dieser auf Marco geschossen hat? Ich muss ihm helfen, immerhin hat er mir in meiner Lage auch geholfen und sein Leben für mich riskiert, warum also nicht ich für ihn? Mit spürbar pulsierendem Herzschlag und schwer atmend laufe ich in die Richtung, aus der der Schuss kam, als Marco wie aus dem nichts um die Ecke gelaufen kommt.
"Lauf weiter, bleib nicht stehen!", ruft er wieder und hält sich dabei seinen Arm. Er wurde angeschossen, ich wusste es. Warum schießt er auch mittn in der Stadt mit einer so lauten Waffe? Wir laufen die Straße entlang auf eine Brücke zu, unter der sich Marco verstecken möchte. Die Zombies sind mittlerweile weit hinter uns und viele haben uns schon aus den Augen verloren als auf einmal wieder ein Schuss neben uns einschlägt. Marco und ich verschwinden unter der Brücke und bleiben dort für eine Weile sitzen.

"Was ist passiert?", frage ich ihn und deute auf seinen Arm "Brauchst du Verbandzeug? Ich habe welches von zu Hause mitgenommen."
"Ach was, geht schon"
"Soll ich nicht wenigstens einen Verband umbinden?"
"Nein, ist ok. So schlimm ist es nicht."
Ich sehe, wie das Blut über seine Finger läuft, die stark auf die Wunde pressen. Nicht so schlimm stelle ich mir anders vor und in einer solchen Lage muss er auch nicht versuchen den Helden zu spielen. Ich suche den Varband in meiner Tasche und lege ihn an seinem Oberarm an, woraufhin er langsam seine Hand wegnimmt und mich anschaut. Als ich die Wunde sehe wird mir schlecht und zugleich wird mir klar, dass dies Marcos Todesurteil ist.

"Hör zu, es dauert noch etwas, bis es ausbricht. Ich werde noch ein paar Tage haben und ich verspreche dir, bis dahin bist du hier weg. Bitte vertrau mir." Ich nicke und verbinde seinen Arm. Wir warten noch einige Zeit, bis wir uns unter der Brücke hervortrauen und uns zu der Scheune auf machen, die zu sehen ist. Marco sieht blass aus, hat einen leeren, starren Blick und schweigt. Er wollte seine Familie retten und nun ist er kurz davor, selber zu sterben oder besser gesagt zu mutieren. Der Virus wird nur durch direkten Kontakt von Körperflüssigkeiten übertragen und arbeitet sich langsam zum Gehirn vor. Dort setzt er sich an und beginnt seine Arbeit zu verrichten, langsam und schleichend frisst er sich hindurch bis man langsam nicht mehr man selbst ist. Zuerst wird man krank, dann verliert man das Gedächtnis und am Ende ist man nur noch eine Hülle. Ähnlich wie Menschen, die im Wachkoma liegen ist dieser Zwischenzustand. Sobald das Herz aufhört zu schlagen, ist man einer von ihnen. Wir setzen uns in die Ecke der Scheune und warten auf Anbruch der Nacht. Marco ist ruhig und man merkt ihm an, dass er mit seinem Schicksal zu kämpfen hat. Er steht auf, verlässt die Scheune und kommt nach wenigen Minuten mit einem Stapel Holz zurück.
"Wir bleiben noch etwas hier und gehen weiter, wenn es dunkel ist" sagt er, schließt die Türen der Scheune und zündet das Feuer an. Dann entledigt er sich seines Anzugs, gibt ihn mir und bittet mich darum ihn behalten.

Nun sitzen wir hier, hier am Feuer und Marco stochert mit einem Ast in der Glut herum. Ich weiß nicht was ich sagen soll, alles könnte falsch sein und ich will ihn nicht weiter belasten. Es muss schrecklich sein, wenn man realisiert, dass der ganze Weg mehr oder weniger umsonst war, wenn man sein Bestes gegeben hat um seine Familie zu retten und nun das erleidet, was im schlimmsten Fall auch der Familie zugestoßen sein kann. Ich werde nach seiner Familie suchen und wenn ich sie finde, werde ich ihnen sagen, was für einen großartigen Mann und Vater sie hatten. Welch einzigartiger Mensch er war und was er für mich, eine völlig Fremde, getan hat.

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